Wenn die Reise als Flucht aus der Heimat dient

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Herz für Asyl

Wenn Heimweh größer ist als Fernweh,  aber die Heimat keinen Schutz mehr bietet, ist dies eine qualvolle Art zu reisen!

Es ist aktuell, brisant und wild diskutiert.

Wir werden informiert im Radio, in Zeitungen, in Erzählungen und im TV. Machen uns Gedanken, aber handeln selten. Aber was ist, wenn Flüchtlinge plötzlich an deine Heimat klopfen und um eine Unterkunft bitten?

Wer sich bereits einmal im Internet darüber informiert hat, findet viele Diskussionen die in alle Richtungen gehen. Menschen die Aufrufen zu Helfen, Personen die nach Anlaufstellen für Spenden suchen, Erfahrungen aber auch viel Rassismus, Vorurteile und Kritik. Letztere konnte ich in den Kommentaren eines Onlineartikels lesen, der von einigen als Propaganda und Unwahr bezeichnet wird, und für andere der Grund ist, sich vor der aktuellen Situation zu verschließen.

Es ging um einen 100-jährigen Mann, der sein Zimmer im Altenheim nicht mehr bezahlen konnte und somit Zwangsgeräumt wird. Mit 100 Jahren, Kriege überlebt, und keine Angehörigen mehr wird dieser Mann laut Artikel bald auf der Straße sitzen. Ein Kommentar fand die meiste Zustimmung: „Den Flüchtlingen vergolden sie den Hintern, aber unsere Einwohner setzen wir mit 100 Jahren auf die Straße“.

Vermutlich ist genau dies der Grund, warum so viele von uns noch nicht wissen wie sie mit dem Thema umgehen sollen. Es ist wichtig, dass wir klar machen, dass wir auch Armut in Deutschland haben, und nicht vergessen, auch weiterhin dort zu helfen, es ist aber auch wichtig, dass wir die aktuellen Umständen akzeptieren und unsere Hilfe anbieten, wenn die Not so nah ist.

Mein Heimatort hat ca. 2.500 Einwohner und nach dem die Kirche lange überlegt hatte, wo wir Asylbewerber aufnehmen können, wurde nun beschlossen, dass wir Räume in unserem Pfarrhaus zur Verfügung haben.

Sobald die Renovierungen abgeschlossen sind, werden uns Asylbewerber zu geteilt. Nun hat unsere Kirche einen Aufruf gestartet und einen Helferkreis ins Leben gerufen.

Um ehrlich zu bleiben, muss ich sagen, dass auch ich anfangs nicht wusste mit dem Thema umzugehen. Viele verschiedene Gedanken kamen mir, gute und aber auch schlechte. Aber es ist für uns ein schweres Thema, es ist oft Angst vor dem Ungewissen. Angst was passiert und welche Flüchtlinge wir aufnehmen. Und die Angst kommt aus den Erfahrungen und Vorurteilen. Es ist nicht möglich zu wissen was passiert aber als ich mitbekommen habe, dass mehrere Mitmenschen auch ein unangenehmes unbekanntes Gefühl dabei haben, aber dennoch bereit sind zu Helfen, als ich hörte, dass es momentan mehr Flüchtlinge gibt als zu Zeiten des zweiten Weltkriegs und als aufgerufen wurde, daran zu denken, was diese Personen oft für eine qualvolle Zeit hinter sich haben, hat mir das sehr geholfen, meine Angst zu überwinden und mich bei diesem Helferkreis zu melden.

Wer nun die Arme vor der Brust verschränkt und sich denkt, er habe selbst kaum Geld und spendet bereits genug, den kann ich beruhigen.

Das größte Gut was du geben kannst, ist deine Zeit.

Asyl Show hear

Wir haben alle unsere eigenen Probleme, manche tragisch, und manche von uns selbst erschaffen. Aber wir haben Menschen um uns, Familie und Freunde, die uns dabei helfen können und uns Beistand leisten wenn wir es zulassen, auch stehen uns oftmals die nötigen Mittel zur Verfügung das Problem zu lösen. Diese Menschen haben jedoch kein Hab und Gut mehr, und oft mussten sie die Familie verlassen. Viele Eltern senden Ihre Kinder fort, damit diese eine neue Chance bekommen.

Es werden freiwillige gesucht, die vor dem Einzug tätig werden, die bei Renovierungen und Malerarbeiten helfen oder Informationsmaterial erstellen.

Sobald die Asylbewerber eingezogen sind, wird nach Betreuern gesucht und einen Hauptansprechpartner. Personen die bei Behördengängen dabei sind, bei Arztbesuchen, die das erste mal zur Tafel mitfahren. für die Kinderbetreuung zuständig sind, bei den Hausaufgaben helfen und helfen, die Sprache zu erlernen. Auch ist es wichtig die Personen zu unterhalten, sie in Vereinen unterbringen oder ihnen eine Sportmannschaft vermitteln. Sie im Alltag zu integrieren und Ihnen den Anfang so leicht wie möglich zu gestalten ist wohl das wichtigste für die Flüchtlinge.

Wer sich lieber im Hintergrund hält, kann auch Sachspenden organisieren und Klamotten und Schuhe in deren Größen besorgen.

Uns wurde allerdings gesagt, dass es wichtig ist, nicht zu „verwöhnen“. Wollen die Flüchtlinge einen Fernseher, eine Waschmaschine oder ein Handy, müssen sie sich diese selbst kaufen. Für jeden Flüchtling ist ein Stuhl, ein Tisch, ein Bett und ein Schrank geplant und eine Person erhält knapp 390,00 €. Dies wurde berechnet aus den Kosten für Nahrung, öffentliche Verkehrsmittel und persönlicher Bedarf.

Den Bewerbern ist es verboten zu arbeiten, bis sie einen offiziellen Flüchtlingsstatus erhalten, und an das Jobcenter übergeben werden. Erst dann können sie sich eine Wohnung und einen Job suchen.

Wer sich nun denkt, es sei nicht nötig zu helfen, liegt falsch. Es kann nie genug Helfer geben, und wenn sich jeder denkt, dass es bereits genug helfende Hände gibt, sehen wir so schnell keine Fortschritte.

Es ist egal welche Politik aufruft zu helfen, es ist nicht wichtig, wie viel du bieten kannst, es ist egal zu welchem Verein du gehörst, es ist auch nicht wichtig, was deine Beweggründe sind, zu helfen, es ist nur wichtig, dass du hilfst.

Dies mag nicht dein Krieg sein, aber es ist deine Aufgabe, deine Hand auszustrecken und zu helfen. Wenn wir eine der größten Anlaufstellen sind, bei der Hilfe gesucht wird und gefunden werden kann, bedeutet das dann nicht, dass wir die Kapazitäten dazu haben. Ist das nicht gleich zu stellen mit unserem Luxus den wir haben? Krankenversicherung, eine gute Bildung, Platz zum Leben, gut bezahlte Jobs und Respekt an unsere Menschenrechten; dies sind alles Selbstverständlichkeiten für uns, und Dinge, die die Flüchtlinge sich bei uns erhoffen. Dinge, die leider für viele Menschen auf dieser Welt nicht selbstverständlich sind.

Öffne dein Herz, und gib diesen Menschen eine Chance ein neues Leben zu starten! Die Vergangenheit der Asylbewerber war schwer genug, es liegt nun an uns, deren Zukunft besser zu gestalten.

Asyl one way out

Wie kannst du Helfen:

  • Geld spenden an die Asylbewerber sind unerwünscht, es gibt aber Anlaufstellen, die Spenden annehmen um z. B. die Unterkünfte zu renovieren
  • Nenne sie nicht Asylanten. Mir war unklar, dass dies als abwertend gilt, aber es ist für mich Selbstverständlich dies zu Respektieren
  • Sachspenden. Entweder man hilft beim organisieren oder spendet selbst. WICHTIG ist jedoch, dass nicht alles angenommen wird, wenn keiner Schuhgröße 36 hat, wird dies auch nicht benötigt. Auch ist es nicht angebracht, kaputte Ware anzubieten
  • Hilfe vor dem Einzug
  • Sei Ansprechpartner
  • Hilf bei der Kinderbetretung und bei den Hausaufgaben
  • Integriere sie im Alltag
  • Überzeuge deine Mitmenschen zu Helfen, Teile den Artikel und zeige dass jeder es kann
  • Gib ihnen die Möglichkeit zu helfen
  • diese Quelle schreibt:

    Flüchtlinge leben oft isoliert und freuen sich über Kontakte. Besucht doch mal eine Flüchtlingsunterkunft:

    • Sprecht die Bewohner/innen an, wie es ihnen geht und ob sie Unterstützung brauchen.
    • Häufig sind für die Unterkunft Anschaffungen oder Reparaturen notwendig, müssen aber bei den Behörden erst durchgesetzt werden.
    • Ein kostenloser Deutschkurs ist für Flüchtlinge oft die einzige Möglichkeit, Deutsch zu lernen.
    • Schulkinder profitieren von ehrenamtlicher Hausaufgabenhilfe.
    • Flüchtlinge freuen sich über Spenden, z.B. Bus- und Telefonkarten, einfache Medikamente oder andere Dinge, die sie sich nicht kaufen können.
    • Hilfreich ist es oft auch, Flüchtlinge zu Behörden zu begleiten und ihnen in Behördendeutsch abgefasste Briefe zu erklären

Wo kannst du Helfen:

  • Informiere dich bei deiner Gemeinde oder Kirche im Ort ob lokal etwas in Planung ist
  • Frag im Landratsamt oder bei der Stadt nach
  • oft steht in den lokalen Zeitungen wo es eine Anlaufstelle für Ehrenamtliche gibt
  • Besuche direkt eine Flüchtlingsunterkunft
  • Informiere dich im Internet -> eine sehr Informative Seite ist proasyl.de 
  • Wenn es noch keine Helfer in deiner Umgebung gibt, werde selbst Tätig

In unserem Helferkreis haben wir auch folgende hilfreiche Regeln erhalten für ehrenamtliche Helfer.

Um die Privatsphäre zu schützen, habe ich die Kontaktdaten gelöscht, wer aber im Kreis Ebersberg interessiert ist zu helfen, schreibt mir bitte eine E-Mail unter contact oder wer mich persönlich kennt, kann mich direkt kontaktieren.

Wie ihr seht ist es nicht schwer zu helfen, es ist nur wichtig den ersten Schritt zu gehen. Vorurteile und Ängste hinter sich zu lassen und deine Heimat Deutschland mit Menschen auf der Flucht zu teilen.

Hilfreiche Regeln für ehremamtliche

worldsessed
Mia – Worldsessed Creator- is worldsessed, loves photography and sharing her adventures with you, so you feel like, you need to go and make your life more amazing.

9 Antworten

  1. Nice to see someone raising awareness and trying to change things for the better! :)

  2. Very nice article! I understand exactly what you say. In my country we get a lot of refugees . Even though we have our ecomical problems I can see a lot of people are trying to help them as much as they can. On the other side there is a lot of racism as well. These people have left their homes most of the time without wanting to. I always say that any of us might have the same problem in the future and we should treat people the way we want others to treat us

  3. Thanks for sharing this, it is great to learn about.

  4. Compelling story and really straight from the heart. I enjoyed every word. I hope to explore more and see what can be done in my city.

  5. beautifully crafted. Moving and eloquent. Thanks for sharing

  6. I am all for helping underprivileged communities, and that’s what we’ve tried to achieve with Egyptian Sidekick – engaging youth in tourism and travel, and at the same time making them ambassadors and representatives of their own country. Love you motto and world view! Keep on travelling!

  7. Lovely post. I hear all to often in the UK bad things about refugees and immigrants but at the end of the day we are all humans, all trying to make our lives better. We should not be condemned to die or live our lives in fear or awful conditions just because of the place we were born. Those countries who can help should be proud of that and make the world a better place in doing so.

  8. Great post. I too have been thinking so much about the refugees who have no where to go. We are one world and in so many ways I wish we could open our borders and just let people move around freely and help other areas prosper while allowing influx of new people to well established places. Sadly it’s a problem that isn’t going away. Thanks for bringing attention to it.

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